Grenzgang 2022

 

 

Am letzten Oktoberwochenende fand unter der bewährten Führung des Pflaumheimer Feldgeschworenen Rudolf Ostheimer die schon traditionelle Grenzsteinwanderung des Geschichtsvereins Pflaumheim statt. Der Wettergott meinte es gut mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die bei trockenem und sonnigem Wetter die laut Rudolf “ambitionierte Tour” von knapp 10 km mit 3 Steigungen und insgesamt 198 Höhenmeter bewältigten. Am Treffpunkt auf dem Spielplatz Welzbachring gab es eine Einführung mit einem informativen selbst erstellten Plakat, das unter anderem die Lokalisation von 3 Dreimärkern aufzeigte, das heißt von Stellen, an denen 3 historische Territorien aufeinandertreffen, die heute noch Gültigkeit haben und später auch in Augenschein genommen werden konnten. Unser Guide machte unterwegs immer wieder auf noch vorhandene Grenzsteine aufmerksam, die meist die Grenzen von Ackerflächen markierten, aber auch solche zwischen dem Königtum Bayern und dem Großherzogtum Hessen. Bereits im Vorfeld hatte er viele Grenzsteine freigelegt oder freigeschnitten und mit weißer Farbe markiert. Im Verlauf der Führung erfuhren wir viel Interessantes aus vergangenen Jahrzehnten, beispielsweise über den Ablauf der Flurbereinigung in den 1950er Jahren, die unter anderem die Schaffung größerer Ackerflächen zum Ziel hatte, aber auch die Pflaumheimer Obstanlage schuf. Pflaumheim und Wenigumstadt waren damals die ersten bayerischen Gemeinden, die dafür in einem Pilotprojekt ausgewählt wurden. Mehreren Teilnehmern konnte er Ackerflächen zeigen, die ihrer Familie gehören oder gehörten und die inzwischen oft verpachtet oder verkauft sind. Aber auch aktuelle Entwicklungen wie der bereits teilweise abgesteckte Verlauf der geplanten Umgehungsstraße waren sichtbar und in Auswirkungen erkennbar.
Neben spannenden Informationen bot sich im Verlauf der mehrstündigen Tour auch die Gelegenheit, soziale Kontakte zu pflegen und mit anderen Wanderern zu plaudern. Es war also wie immer eine rundum gelungene Veranstaltung, die hoffentlich in ähnlicher Form im nächsten Jahr wieder stattfinden kann.

Text: Karin Ming

Bearbeitet: Herbert Rachor

Bild: Jürgen Hock

 

Copyright Geschichtsverein Pflaumheim 2022

 

 

 

Große Trauer um Pfarrer Leo Giegerich

 

Leo Giegerich wird am 26. März 1973 Pfarrer von Pflaumheim und am 5. August 1973 eingeführt. Er ist am 24. Oktober 1927 in Großwallstadt geboren und wird am 19. Juli 1953 in Würzburg zum Priester geweiht.

Pfarrer Giegerich tritt das schwere Erbe seines Vorgängers an, der mit dem Bau des Ambrosiushauses eine gewaltige Schuldenlast hinterlässt. Der damals 46-Jährige nimmt die Herausforderung an und baut mit enormer Tatkraft „und Mithilfe der Pflaumheimer“ wie er selbst sagt, den Schuldenberg – man spricht von 600 000 Mark – ab. Pfarrer Giegerich lässt den Altarraum in der Luzia-Kirche wieder seinem ursprünglichen Aussehen anpassen.

Bevor er 1987 im Alter von fast 60 Jahren noch einmal seinen Aufgabenbereich wechselte und die kleinere Pfarrgemeinde Weilbach  übernimmt, ist unter seiner Ägide die Erweiterung der Pflaumheimer Klais-Orgel um ein Schwellwerk sowohl in der technischen Ausstattung als auch in der Finanzierung gesichert.

Pfarrer Giegerich verfasst zudem eine Reihe von kleinen Schriften über die Pfarrei- und Kirchengeschichte, die er bescheiden als „Geschenkbüchlein“ für Altersjubilare bezeichnet. Sie sind vielmehr bedeutende Quellen über die Geschichte der Pfarrei und deren Vorgeschichte als Filiale von St. Peter und Paul Großostheim. Sehr ausdrücklich beschreibt er „das Ringen“ um den Bau der heutigen Pflaumheimer Kirche.

In der Zeit als Pfarrer „im Ruhestand“ ab 1997, lässt er sich im Caritas-Seniorenheim in Großostheim nieder und betreut als Seelsorger das Haus „ST. Franziskus“ und hilft überall dort aus, wo Priester fehlen.

Nun verstarb der beliebte Priester einen Tag nach seinem 95. Geburtstag am 25.10.2022 und wurde in seinem Heimatort Großwallstadt am 29. Oktober unter großer Anteilnahme der Bevölkerung die auch aus dem Weiten Umkreis kam, beigesetzt.

 

 

Studiendirektor Ludwig Heilmann und Pater Ernst Helfrich

bei der Einführung von Leo Giegerich (von Links)

 

Text: Lothar Rollmann und Herbert Rachor

Bilder: Archiv Geschichtsverein

 

Copyright Geschichtsverein Pflaumheim 2022

 

 

 

Bilderausstellung im Alten Rathaus

 

Dem Geschichtsverein Pflaumheim gelang es erneut, eine Pflaumheimer Künstlerin für die schon traditionelle Ausstellung anlässlich der Pflaumheimer Kirchweih zu gewinnen.

Birgit Brand ist in Pflaumheim geboren und aufgewachsen. Seit dem Jahr 2002 beschäftigt sie sich mit Malerei und bildete sich in unterschiedlichen Techniken fort: Fast 10 Jahre besuchte sie Aquarellkurse, gleichzeitig nutzte sie Acrylfarben und Strukturpaste und verarbeitete unterschiedliche Materialien wie Urgesteinsmehl, Teer, Sand aus der Namib-Wüste und Farbpigmente aus den Ockerbrüchen in der Provence in ihren Bildern. Zum Erlernen der Relieftechnik nahm sie an Workshops auf Mallorca und Fuerteventura teil. In einem weiteren Seminar erwarb sie Kenntnisse in der Spachteltechnik, wobei sie innerhalb der Farbfamilie mit feinst aufeinander abgestimmten Nuancen bleibt und die Bilder mit Swarowski-Kristallen ergänzt. Seit 2017 wendet sie Ölmalerei an und arbeitete sich in einem weiteren Kurs in die Nass-in-Nass-Malerei nach Bob Ross, bekannt für hohe Farbbrillianz, ein.

Sie schloss sich vor einigen Jahren dem Künstlertreff Aschaffenburg-Damm an und nahm mit befreundeten Kolleginnen und Kollegen bereits an mehreren Gemeinschaftsausstellungen teil. Die bevorstehende Ausstellung zeigt die Bandbreite ihres künstlerischen Wirkens und ihre bisherige stetige Fortentwicklung.

 

 
 

Text u. Bild: Karin Ming

Bearbeitet von Herbert Rachor

 

 

 


 
 

Studienfahrt des Geschichtsvereins nach Michelstadt

 

Am 04.09.2022 trafen sich 24 gutgelaunte Mitglieder und Freunde des Geschichtsvereins Pflaumheim auf dem Kirchplatz, um in Fahrgemeinschaften bei strahlendem Wetter Michelstadt zu erreichen. Die Vorfreude war groß, da Karl-Heinz Rohm als erfahrener Organisator erneut als Stadtführerin Antje Vollmer gewinnen konnte, die vielen von einer früheren Exkursion als kundige und gleichzeitig humorvolle Person bekannt war. Die Erwartungen wurden nicht enttäuscht, als sie uns nach einem kurzen Spaziergang vor dem berühmten Rathaus, erbaut 1484, empfing und eine kurze Einführung in die Stadtgeschichte gab. Dabei bezog sie eine Teilnehmerin in einem Rollenspiel aktiv ein und ging im Verlauf mehrfach auf die Aufgaben des Magistrats und der Gerichtsbarkeit, aber auch der Rolle Michelstadts als Handelsstädtchen ein. Der Versammlungssaal im ersten Stock und der Speicher im zweiten Stock wurden besichtigt und dabei immer wieder auf Sprichwörter und Redensarten Bezug genommen, deren ursprünglicher Sinn sich nur durch ihre Erläuterungen erschloss. Jetzt wissen alle Teilnehmer unter anderem, woher die Ausdrücke „Quartalssäufer“ und „Blau machen“ kommt. Weiter ging es zum Diebsturm und zu den Resten der Stadtmauer, die teilweise als Außenmauer der Wohngebäude diente sowie zur Kellerei, was dem heutigen Finanzamt entspricht, da die Naturalabgaben an die Grafen eingekellert wurden. Frau Vollmer führte uns auch in einen verschlossenen Raum, der erst nach einer Explosion während eines Adventsmarkts vor einigen Jahrzehnten entdeckt wurde und verschiedene frühere Annahmen über die Vorgeschichte des Gebäudes korrigierte. Zum Abschluss besuchten wir die evangelische Stadtkirche, die bereits vor der Reformation als katholisches Gotteshaus errichtet worden war und die den höchsten Punkt der Stadt markiert.

 


 

Die Einkehr im Cafe auf dem Rathausplatz in Michelstadt und zum Abendbrot im Neustädter Hof genossen die Teilnehmer und nutzen die Zeit für angeregte Gespräche. Alle waren sich einig, dass dies ein gelungener Nachmittag war, der allen Geschichte hautnah nähergebracht hatte, und dass hoffentlich im nächsten Jahr eine Wiederholung erfolgen wird.

 

Text: Karin Ming

Bearbeitet von: Herbert Rachor

 

 

 

Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen

 

Am 27.04.2022 fand im Gasthaus Post die coronabedingt mehrfach verschobene Jahreshauptversammlung des Geschichtsvereins Pflaumheim statt.

Nach der Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden Wolfgang Krug und dem Totengedenken mit Erinnerungen an die Verdienste aller Verstorbenen erfolgten die ausführlichen Vorträge von Vorstand und Arbeitskreisleitern über die in den Jahren 2020 und 2021 abgehaltenen Aktivitäten. Trotz aller durch die Pandemie verursachten Einschränkungen fanden regelmäßige Treffen der Ahnenforscher und der Arbeitsgruppe Archiv, Workshops der Klöppelgruppe, Stammtische und Vorstandssitzungen, letztere vorwiegend virtuell, statt. Zudem konnten im Jahr 2020 der 8. Ploimer Klöppeltag und in beiden Jahren am 3. Oktober der traditionelle Vereinsausflug als Grenzwanderung mit Rudolf Ostheimer abgehalten werden.

Auch die übrige Vorstandsarbeit wurde fortgeführt und zeitigte einen schönen Erfolg: Zukünftig stellt die Marktgemeinde Großostheim nach Ertüchtigung Lagerräume im gemeindeeigenen Haus im Eck zur Verfügung, so dass sich die drängenden Platzprobleme, unter anderem nach Übernahme mehrerer Nachlässe, hoffentlich bald auflösen lassen. Nach Berichten der Mitgliederverwaltung (aktuell 192 Mitglieder) und über den Stand der EDV (Programmaktualisierung, neue Datenbank, Webseite) folgte der Kassenbericht, dessen Richtigkeit von den Kassenprüfern attestiert wurde, so dass die Entlastung der Vorstandschaft erfolgen konnte.

Der 1. Vorsitzende bedankte sich bei der bisherigen Vorstandschaft, insbesondere bei Erich Rollmann, Kassenprüfer und Kurt Zahn, Beirat mit Schwerpunkt Festorganisation, die sich beide nicht mehr zur Wahl stellten. Aufgrund seiner vielfältigen Leistungen für den Verein wurde als kleine Anerkennung ein Geschenkkorb an Kurt Zahn überreicht. Bei der anschließenden Neuwahl änderte sich nur wenig: Es blieben 1. Vorsitzender Wolfgang Krug, 2. Vorsitzender Herbert Rachor, Kassenverantwortlicher Jürgen Hock, Schriftführerin Karin Ming, Beirat Regina Müller, Marianne Rollmann, Karl-Heinz Rohm, Peter Stegmann, Kassenprüfer Alfred Peter. Neu gewählt wurden Petra Stripp-Scheuring in den Beirat und Kurt Zahn als Kassenprüfer.

Zum Abschluss wurde angeregt diskutiert, unter anderem über die Planung künftiger Aktivitäten und Möglichkeiten einer verbesserten Mitgliederwerbung.

 

 

 
Hintere Reihe: Kurt Zahn, Alfred Peter, Peter Stegmann, Karl-Heinz Rohm, Jürgen Hock
Vordere Reihe: Petra Stripp-Scheuring, Wolfgang Krug, Regina Müller, Herbert Rachor, Karin Ming, Marianne Rollmann
 
 
Text u. Bild: Karin Ming
Bearbeitet: Herbert Rachor

 

 
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