Ploimer Familien Bilder


 

Familie Josef Rachor

 

 

Apollonia, Albert, Alfons, Johann, Katharina

Maria, Agnes, Josef, Barbara

 

Der Vater von Josef Rachor (1843-1923), Johann (1806-1870) stammt aus Hausen im Spessart und heiratete 1838 Apollonia (1806-1888), die Tochter des „Schuler-Bäcker“ Georg Josef Schuler. Mit Johann kam der Familienname Rachor nach Pflaumheim.

Josef heiratete 1874 Maria Klara Schuler (1848-1900) eine Tochter des Adam Friedrich Schuler. Das Paar wohnte im Haus des Schwiegervaters in der Borngasse 115, einem Doppelhaus, ab 1709 im Besitz des aus Tirol eingewanderten Paulus Schuler.  Beim Großbrand 1898 brannte das ganze Viertel Breitfeldstraße, Borngasse und Bachstraße. Das Schulersche Anwesen wurde ein Raub der Flammen und total zerstört.  Ein weiterer Schwiegersohn Schulers, der aus Großostheim stammende Metzgermeister Michael Kapraun (Wooschtmichel) baute danach auf dem Grundstück ein zweistöckiges Bauernhaus mit Metzgerei. Josef Rachor war seit 1900 im Besitz des Anwesen Schulgasse 26. Er betrieb dort eine Landwirtschaft und war bei der Gemeinde als Polizeidiener tätig.

Apollonia war eine verh. Dries (Radheim), Katharina eine verh. Reitinger (Regensburg), Maria eine verh. Schadt (Saalbau), Agnes eine verh. Zahn und Barbara verstarb ledig im Alter von 25 Jahren an einer Blinddarmentzündung.  Albert war Schneidermeister und betrieb eine Maß- und Konfektionsschneiderei an der Haltestelle 163, Alfons betrieb in der Schulgasse 27 die Landwirtschaft seines Schwiegervaters weiter und Johann war Maurermeister. Er betrieb auf dem elterlichen Anwesen in der Schulgasse ein Maurergeschäft und führte die Landwirtschaft seines Vaters weiter.

 

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Herbert Rachor


 

Der Kuni

 Fam. Konrad Rollmann

 

 

Josef,   Hedwig,   Konrad,   Paula,   Hedwig,   Gertrud

Aufnahme von 1934

 

Konrad Rollmann (1889 – 1976) war unter dem Namen „Kuni“ und als „Kronewirt“ bekannt. Seine Ehefrau, Hedwig (1894 – 1971) ist die Tochter des vormaligen Kronen-Wirts Friedrich Hock. Rollmann ist am 5. August 1889 in Wilkes Barre im amerikanischen Bundesstaat Pennsylvanien geboren, wohin seine Eltern, beide Pflaumheimer, ausgewandert waren.

Konrad Rollmann kam schon 1896 wieder mit seinen Eltern nach Pflaumheim zurück, besuchte hier die Volksschule und erlernte beim Bäckermeister Hartlaub in Aschaffenburg das Bäckerhandwerk. Für ein Jahr arbeitete er als Bäcker in Mainz. Dann packte ihn aber wieder das Fernweh. Er ließ sich deshalb 1912 in Hamburg als Schiffsbäcker anheuern. Die Schiffsreise ging nach Mexiko und zurück. Zwei Monate später überquerte er noch einmal den Atlantik, diesmal als Passagier in die Vereinigten Staaten, Nach einem kurzen Arbeitsaufenthalt in New York traf er mit seiner in den USA lebenden Schwester zusammen und trat in seinem Geburtsort eine Stelle als Hotelbäcker an.

1920 kehrte er wieder nach Pflaumheim zurück, um ein Jahr später des „Kronewirts“ Töchterlein zu heiraten und gleich auf Hochzeitsreise zu gehen, wieder nach Amerika. Dort wurden die zwei ältesten Kinder geboren. Auf ständiges Drängen seines Schwiegervaters kam Konrad Rollmann mit seiner Familie wieder in die Heimat zurück, um die Gastwirtschaft „Krone“ zu übernehmen.  Die Wirtsleute bauten ihr Haus zu einer beliebten Gaststätte aus, verkleinerten aber später etwas zugunsten des von der ältesten Tochter geführten Lebensmittelgeschäftes.

Der einzige Sohn musste sein Leben im zweiten Weltkrieg lassen. Er ist am 1. Februar 1944 in Süditalien gefallen. Die älteste Tochter, Maria Rollmann, (1922 – 1993) blieb ledig. Gertrud (Jahrgang 1927) heiratete 1951 Otmar Herzog, aus dieser Ehe gingen zwei Töchter hervor. Die jüngste, Paula, heiratete 1951 Edgar Schaad und verstarb 1975 im Alter von nur 44 Jahren während eines Aufenthalts in Oberstaufen. Aus dieser Ehe gingen eine Tochter und zwei Söhne hervor.

 

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Herbert Rachor

 

Acht Generationen Steinhauer

Die Steinmetzfamilie Zahn

 

 
 Alfred Adam, Augustin Karl, Rudolf 

Lioba Anna, Elisabeth Maria geb. Zahn, Albina, Sebastian, Peter Emil

 

Sebastian (1871-1925), heiratete 1908 Elisabeth Maria (1877-1952), auch eine geborene Zahn. Rudolf war Kraftfahrzeugmeister, er ist 1943 in Rußland gefallen, Lioba heiratete den Schneider Richard Bergmann und wohnte direkt neben dem elterlichen Anwesen, Albina war mit dem Schneider Josef Morhardt verheiratet und lebte in Großostheim, Augustin betrieb eine Landwirtschaft und war mit seinem Pferdegespann für den Transport der Steine zuständig, Alfred erlernte das Steinmetz-Handwerk und übernahm den elterlichen Betrieb. Er war mit Erna, eine geborene Rollmann (Schlosser’s), verheiratet. Emil war Schneider und hat in das Wenigumstädter Gasthaus „Zur Traube“ eingeheiratet.

Seit Generationen besitzt die Familie Zahn einen Steinbruch und betreibt das Steinmetz-Handwerk. Der Sohn von Sebastian Zahn, Alfred hat den väterlichen Betrieb übernommen und weitergeführt. Bis ins hohe Alter fertigte er noch von dem weisen Sandstein, der im Zahne-Steinbruch abgebaut werden konnte, Schleifsteine. Der Steinbruchbetrieb wurde Anfang der 1960er Jahre eingestellt. Sein Sohn Manfred, Steinmetz- und Bildhauer-Meister, übt in der siebten Generation das Steinhauerhandwerk aus und führt heute den väterlichen Betrieb. Ein Ur-Enkel von Sebastian Zahn und Sohn von Manfred Zahn, Jens Zahn, Jahrgang 1977, setzt die Tradition seiner Vorfahren fort. Er hat die Meisterprüfung im Steinmetzhandwerk abgelegt und arbeitet im elterlichen Betrieb als Meister in der achten Generation.

 

 
Im Zahne-Steinbruch, rechts Alfred Zahn

Über Jahrhunderte verdienten die meisten Pflaumheimer Männer als Steinmetze und Steinhauer in den sieben Steinbrüchen der Gemeinde das tägliche Brot. Nach Feierabend strömen die Männer scharenweise dem Dorfe zu, heißt es bei Schuck (Heimatbuch von 1937). Die Pflaumheimer waren weithin als geschickte Steinhauer und Steinmetz-Meister bekannt. Sie arbeiteten im ganzen deutschen Reich an vielen Großbaustellen u.a. auch beim Bau des Reichstages in Berlin. Die Zahl der Steinmetze ging ab 1900 immer mehr zurück, der ungesunde Beruf (Staublunge) mit geringer Lebenserwartung wurde jetzt eher gemieden. Man fand in den aufkommenden Schneiderwerkstätten anderweitige Arbeit. Nach dem Krieg verdrängen moderne Baustoffe den Sandstein.

Zahlreiche Bauwerke, Steindenkmäler und Bildstöcke aus vergangener Zeit zeugen noch heute von dem Können dieser Pflaumheimer Handwerker.

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Herbert Rachor

Quellen: Burkhard u. Manfred Zahn, Lothar Rollmann

 

Die "Stäetze" Brüder, Peter und Ludwig Rollmann

Die Familie des Peter Rollmann

Antonia,   Lothar,   Peter,   Josef,   Anna,   Albin,   Egon,   Bruno

Der Schneider Adam Rollmann und seine Ehefrau Elisabeth waren Eigentümer des Hauses Nr. 57 direkt hinter der alten Pflaumheimer Kirche, in etwa dort, wo heute der Anbau der Sakristei steht.  Im Jahre 1908 wurde das Rollmann-Haus vom Kirchenbauverein erworben und etwas später abgerissen, um für den geplanten großzügigen Kirchen Um- und Anbau (1914/15) Platz zu schaffen. Die Söhne von Adam Rollmann, Peter und Ludwig bauten 1913/14, gleich unterhalb der Haltestelle „Pflaumheim Ort“, der neuen Eisenbahnlinie Aschaffenburg-Höchst, in direkter Nachbarschaft neue Wohnhäuser. In Hausnummer 160 wohnte die Familie des Peter Rollmann und in 161 die Familie des Ludwig Rollmann. Peter blieb dem Beruf des Vaters treu und hat im neuen Haus die Schneiderei weiter betrieben, bis er 1938 tödlich verunglückte. Er wollte mit dem Motorrad seine fertigen Saccos in Aschaffenburg abliefern und dabei kam es an der Kreuzung am ehemaligen Chaussee-Haus zu einem tödlichen Zusammenstoß. Die fünf Söhne, Josef, Bruno, Albin, Lothar und Egon mit ihrer Schwester Antonia haben, wie in der damaligen Zeit für Pflaumheim typisch, alle das Schneiderhandwerk gelernt.

Die Großmutter der Rollmann Brüder war Maria Eva, eine geborene Weisbecker aus Großostheim. Sie stellte mit Vorliebe zum Mittagessen einen gebackenen „Grumbirnstampes“ auf den Tisch, der in Großostheim mit „Stäez“ bezeichnet wurde.

Wenn also in früheren Zeiten die Maria Rollmann gefragt wurde, was heute Mittag wohl auf den Tisch kommt, soll sie meistens geantwortet haben: „Isch mach heit wirre moin guure Stäez“. Damit war der Hausnamen geboren, der sich über vier Generationen gehalten hat.

Erich Rollmann, ein Urenkel des Adam Rollmann, ist heute (2011) der letzte aktive Schneider in Pflaumheim. Er absolvierte seine Lehrjahre in der Aschaffenburger Kleiderfabrik August Vordemfelde und arbeitet seit 1986 als selbstständiger Unternehmer. Er produziert in seiner mit etwa 20 Näh- und Spezialmaschinen bestückten Werkstatt, noch ganz alleine. In Anbetracht der Konkurrenz aus den billig produzierenden Ländern sieht er keine große Zukunft für seine Schneiderei.

 

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Herbert Rachor

 

"Bätsches" Albert Rachor

 

Gertrud,   Fridolin,   Robert,   Adolf,   Hedwig
 Peter , Anna Klara,  Albert,  Anna Maria

Albert, Jahrgang 1880, war mit Anna Klara, Jahrgang 1883, eine Tochter der Großwitwe Barbara Hock (geborene Peter) aus der Rathausstraße, verheiratet. Von Beruf war er Schneidermeister und hat gleich unterhalb der Haltestelle „Pflaumheim Ort“ (Hausnummer 163) der neuen Bahnlinie Aschaffenburg-Höchst in seinem im Jahre 1912/13 gebauten Haus eine Maß- und Konfektionsschneiderei betrieben. Die Kinder Robert, Hedwig, Adolf, Friedolin und Gertrud haben bei ihrem Vater, wie es damals in Pflaumheim üblich war, das Schneiderhandwerk gelernt. Die beiden Söhne Fridolin und Peter sind aus dem 2. Weltkrieg nicht mehr nach Hause gekommen. Albert war Gemeinderat und von April 1933 bis Juli 1935 Bürgermeister der Gemeinde Pflaumheim. Seine Leidenschaft, die er zusammen mit seinen Freunden Fritz Demuth und Willi Hock teilte, war der Gesang. Die drei waren in den Gasthäusern in Pflaumheim und im Bachgau gerne gesehene Unterhalter. Der Kosenamen von Albert „Bätsche“ ist der Namensgeber für den Hausnamen dieser Familie.

 

 

In der Schneiderwerkstatt beim Bätsche: Peter   Gertrud   Robert   Adolf   Friedolin

 

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Herbert Rachor

 
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